Der Lauf der Zeit

16. März

Liebes Tagebuch;

Sehr, sehr lange ist es her, dass ich Deine Seiten füllte. Nicht, weil es kein Papier gäbe oder ich keinen Papyrus einer älteren Bestellung hätte abschaben können. Nein, es blieb einfach keine Zeit, einmal innezuhalten und nur zu schreiben.

Auch heute drängt die Zeit, es gilt noch für mich eine große Lieferung für ein ganzes Elbenheer zu organisieren. Ja, ich schreibe richtig, es ist an mich gefallen, mich um diese Dinge, von denen ich doch gar keine Ahnung habe, zu kümmern. Aber alle schauen mich wie selbstverständlich an und hoffen, dass ich die Richtige bin und das schon hinbiege.

Aber da kann ich doch nichts hinbiegen, ich bin eine schlechte Anfrührerin. Ja, ich habe mich abermals nicht verschrieben: Seit Evie nun schon über einen Mond überfällig ist, von Ihrer Reise in den Osten zurückzukehren, schauen alle zu mir herunter und hoffen, dass ich sie führe und sage, wie es weitergeht.

Nunja, „alle“  – Das sind an Handwerksmeistern nunmehr nur noch Fräulein Hornbläser, Herr Belerand (wenn er denn einmal nicht auf Jagd ist) und die freien Mitarbeiterinnen Fräulein Jaana aus Bree und Frau Anhyld Rabenmutter…. und die Handwerksgesellen und Lehrbuben eben.

Gerade der Verlust so vieler Handwerksmeister zeigt mir doch auf, dass ich was nicht richtig mache: Fräulein Evie ist verschollen und ich bete, dass sie nur aufgehalten wurde und nichts schlimmeres geschah‘ ; Herr Silbling verliess uns wortlos – hat allerdings die Sippenkasse nicht mitgenommen, so dass ich nichts schlechtes über Ihn zu denken vermag mag – ein Silbling eben ! Ebenso kehrt Herr Munduil nicht mehr in unsere Hallen ein und Fräulein Veny sah‘ auch niemand seit über einem Mond.  Doch am meisten von allen betrübt mich, dass der hohe Herr Alanir … Athanor, doch wieder zu einer seiner weiten Reisen angetreten ist und dass mit Ihm und Evie nun fast niemand mehr der alten Garde um Fräulein Schildsang anwesend ist. Dies drückt auch auf die Stimmung der Gesellen und Burschen und es wird schon hinter vorgehaltener Hand gemunkelt…

Aber was bleibt denn schon übrig, ausser zuerst den Fokus auf die beiden neuen, in der Größe noch nie dagewesenen Aufträge zu legen: Einen, das Heer der Celebrian Elenasse mit Kriegswaren zu versorgen, auf dass sie im Fernen Weltengebirge Ihren Kampf wider einen uns so fernen Feind fortsetzen können und den anderen für das Heer der freien Völker im dunklen Angmar, bestehend aus einfacher Speise und Trank, Decken und Materialien für Lager, als da dort selbst das Holz verdorben ist.

Ich musste gerade bei aller Furcht vor diesem Hexer-Land innerlich schmunzeln – im Bühl ..achwas, im ganzen Auenland glaubt mir das niemand… ich selbst hätte es bis vor „dem Tag“ ja auch nicht geglaubt, dass ich jemals etwas machen würde, was den Hobbits und Menschen… nunja, einfach… hilft. Also ernsthaft hilft und nicht nur Probleme aus der Welt schafft. Es ist ein seltsamer Gedanke: bedrückend-melancholisch, aber doch befreiend zugleich

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Kategorien: Vendala Baumgarten | Hinterlasse einen Kommentar

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