Ein Hobbit

„Guck nicht so!“

Mürrisch betrachtet der Hobbit das Buch in der er nun zu schreiben gedachte. Eigentlich war er es gewohnt angestarrt zu werden wenn er das tat, aber heute schien irgendetwas anders zu sein. Er war empfindlich, fühlte sich selbst durch sein Schreibzeug beobachtet und ausgelacht. Schreiben…. hahahaha…. ein Hobbit der Lesen und schreiben kann….. wo gab es auch schon sowas…

Mürrisch hob der Hobbit den Griffel und kritzelte die ersten Verse in der ansonsten noch unbeschriftete Buch.

„Heute war ein ganz ein doofer Tag. Immer noch bin ich mit zwei anderen Hobbits unterwegs und wir sind ganz weit ausserhalb des Auenlandes. Als ob es nicht schlimm genug wäre, mache ich immer noch laufend irgendwas falsch. Alle in der Gruppe haben einen Dickkopf. Meiner scheint davon der Kleinste zu sein. Die anderen haben immer recht, und ich nie nicht. Dann rennen sie immer woanders hin und am Ende krieg ich dafür noch die Schuld……. mir würde die Übersicht fehlen…blablabla….. ich müsste noch viel lernen… blablablablablabla…“

Um nicht noch mehr „blabla“ zu schreiben unterbricht der Hobbit sein tun und blickt sich um. Die zwei anderen Hobbits sitzen einige Meter weit entfernt an einem Lagerfeuer. Der Hobbit kann nicht genau sehen, was sie dort tun.

„Ich kann gar nicht mehr sagen, wer eigentlich auf die Idee kam das Auenland zu verlassen. Zuhause bei Vater und Mutter war es eigentlich immer schön gewesen. Das ganze Auenland ist schön und im Vergleich zu den anderen seltsamen Orten in denen er gewesen ist sogar ausserordentlich friedlich.“

Leise seufzend blickt der Hobbit in den sternenklaren Nachthimmel. Mit dem Finger ummalt er einige Sterne und erhält so die Kontuen von Wasserau, Vater, Mutter und Polly, dem Hausschwein. Nachdenklich betrachtet er dann das Schild das neben ihm lag. Er war arg eingedellt und hatte viel von der anfänglichen Pracht verloren. Hach was war er auf dieses Schild stolz gewesen. Immer wollte er Hobbits damit beschützen, hatte er bei dem Lehrer in Michelbinge geprahlt. Und nun? Nun lag es dort. Verbeult, zerkratzt und so ganz und gar nicht mehr stolz und beschützerig.

„Du bist wie ich!“, nickte er dem Schild zu. „Deine besten Tage scheinen schon vorüber zu sein. Meine auch. Wenn ich DIch angucke denke ich, dass Du wohl lieber einen anderen Träger Dir ausgesucht hättest. Einen guten Kämpfer, einen Helden oder einfach jemanden, der Dich mit Stolz tragen kann. Nun liegst Du da. Verbeult, zerkratzt und allein.“

Blinzelend und mit sehr trübem Blick schaute der Hobbit zu seinen Gefährten, welche sich eben etwas lustiges zu erzählen schienen und nun lachten. Der Hobbit stand auf und ging näher an der Feuer. Er platzierte seinen Rucksack als Kopfkissen holte eine Decke aus dem Beutel und wünschte den beiden anderen Hobbits eine gute Nacht. Sofort schloss er die Augen, hörte den Gesprächen der Anderen zu und fiel dann irgendwann in einen traumlosen Schlaf.

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Kategorien: Myrsan | Hinterlasse einen Kommentar

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