Mörder

Dreckiger Mörder mit Blut an den Händen.
So wurde ich vor ein paar Tagen in Bree auf offener Strasse genannt. Von einem älteren Mann, den ich nicht kannte. Ich habe ihn noch nicht einmal zuvor gesehen.
Ich habe ihm auch nicht geantwortet, sondern bin mit einem Achselzucken weitergegangen.

Das war auch nicht das erste Mal, dass mich jemand so oder ähnlich nannte. Ich bekomme öfters zu hören, dass ich ein Parasit sei, der von Krieg und Leid lebt. Dass der Tod mein Geschäft und meine Seele verloren sei. Immer wieder wird mir vorgeworfen, was für ein schlechter Mensch ich sei. Und das von Leuten, die ich nicht kenne und die mich nicht kennen.
Ich habe nie auf solche Beschuldigungen und Beleidigungen reagiert, doch insgeheim habe ich ihnen immer zugestimmt.
Ich bin ein Mörder, keine Frage. Ich habe schon tausende Umgebracht. Orks, Trolle, Menschen, Tiere.
Waren Unschuldige dabei? Mit Sicherheit! Ich kann bei den wenigsten feststellen, wie viel Schuld sie auf sich geladen haben, bevor sie unter meinen Klingen fallen.
Und ich bestreite auch nicht, vom Krieg zu leben und dem Leid, den er verursacht. Ohne ihn hätte ich keinen Lohn. Ohne all das wären meine ganzen Fähigkeiten ohne jeglichen Nutzen und ich wäre ein Nichts.
Und ich gebe auch offen zu, dass ich mir nicht vorstellen kann, in einer Welt ohne Krieg zu leben, denn der Krieg ist meine Bestimmung.
Bin ich dadurch ein schlechter Mensch? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass ich nicht so lebe, weil ichböses tun will. ich lebe so, weil es Leute wie mich braucht. kein Krieg kann geschlagen und gewonnen werden, ohne die rücksichtslosen Krieger, die ihn ausfechten. kein frieden kann gewahrt werden, ohne dass die einen dafür getötet werden und die anderen töten.
Ich bin bestimmt kein strahlender Held wie Elrond von den Elben oder die fernen Könige Gondors. Doch ohne Leute wie mich, die den schmutzigen Teil des Krieges übernehmen, gäbe es keine solchen strahlenden Helden. Es gäbe keinen Ort, an dem diejenigen in Frieden leben können, die für den Krieg nicht taugen. Und es gäbe keine Nörgler, die sich über diejenigen beklagen, welche Blut an ihren Händen haben.
So höre ich mir die nächste Beschimpfung an, zucke mit den Schultern und ziehe wieder in den Kampf, um dort meine Drecksarbeit zu verrichten, dass eben jener, der mich gerade beschimpfte, noch lange seine Kehle behält, um dies weiterhin zu tun.
ich mag kein Held sein. Ich bin sogar mit Sicherheit kein Held. Doch ich mache meine Arbeit. Und ich mache sie verdammt gut.

Werbeanzeigen
Kategorien: Cuthar | Ein Kommentar

Beitragsnavigation

Ein Gedanke zu „Mörder

  1. Svenijya

    Und er macht sie verdammt gut, das ist wahr.
    …der nächste, der ihn beschimpft, kriegt einfach eine Panzerhandschuhohrfeige von Svenij. Amen. :>

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: